Dichtungsringe
Gleitringdichtungen, die zu den dynamischen Dichtungen zählen, dichten rotierende, druckbelastete Wellen gegenüber einer Wand z.B. eines Maschinengehäuses ab. Eingesetzt werden sie zum Abdichten von Flüssigkeiten. Hauptkomponenten sind zwei aufeinander gleitende Bauteile, Gleitring und Gegenring, die axial mittels einer Feder gegeneinander gepresst werden. Einer der beiden Ringe ist jeweils starr im stationären Teil (Gehäuse) befestigt, der andere läuft auf der rotierenden Welle. Zwischen den beiden Ringen bildet sich auf Grund von hydrostatischen oder hydrodynamischen Effekten ein sehr schmaler Dichtspalt (ca. 1 µm) aus. Zur Optimierung der Effizienz werden die Laufflächen zwischen den beiden Teilen plan geschliffen und poliert. In modernen Gleitringdichtungen bestehen die Ringe meist aus Kohlenstoff- bzw. Graphitwerkstoffen oder Keramiken; auch Metalle und Polymere kommen zum Einsatz. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Abstimmung der Werkstoffe von Gleit- und Gegenring aufeinander.
Als Hauptanwendungsgebiete für Gleitringdichtungen sind Pumpen für Brauchwasser, Speisewasser, Autokühler oder Klimaanlagen, Rührwerke für Nass- und Trockenlauf, Zentrifugen oder Wasserturbinen zu nennen. Zum Einsatz kommen sie zudem in Prozesspumpen der chemischen und petrochemischen Industrie oder Kraftwerkspumpen. Heute sind Gleitringdichtungen für Wellendurchmesser von ca. 5 bis 630 mm, Drücke von ca. 0,01 bis 200 bar, Temperaturen von ca. -200 bis +450 °C und Gleitgeschwindigkeiten von bis zu ca. 150 m/s erhältlich.





